03301 526 174 webmaster@oranienburgerhc.de
Per Oke Kohnagel (M.) war mit fünf Treffern zusammen mit Lasse Scharge erfolgreichster OHC-Werfer. Per Oke Kohnagel (M.) war mit fünf Treffern zusammen mit Lasse Scharge erfolgreichster OHC-Werfer. Julius Frick

1. VfL Potsdam - OHC 30:26 (MAZ)

  • Montag, 08 Oktober 2018 09:57

OHC verliert Derby in Potsdam

Oranienburger Drittliga-Handballer kassieren nach engem Spiel 26:30-Niederlage und hadern mit der Schiedsrichterleistung und der eigenen Chancenverwertung.

Das mit Spannung erwartete Prestige-Duell zwischen dem gastgebenden 1. VfL Potsdam und dem Oranienburger Handballclub hielt, was es im Vorfeld versprach. 1238 Zuschauer, darunter knapp 70 Schlachtenbummler aus Oberhavel, erlebten in der Potsdamer MBS-Arena ein emotionsgeladenes Derby, welches am Ende knapp zu Gunsten der Gastgeber ausging. Der OHC-Tross um Cheftrainer Christian Pahl haderte nach der 26:30-Niederlage haderte mit der eigenen Chancenverwertung als ein Niederlagen-Kriterium an. Unter anderem vergab der OHC im Laufe der Partie drei Siebenmeter. Allerdings konnte und wollte niemand verhehlen, dass die Leistung des Schiedsrichter-Gespanns um Hauptreferee Marcus Dodt aus OHC-Sicht unbefriedigend war. „Wir hatten keine faire Chance. Viele Dinge wurden bei uns abgepfiffen, die beim VfL durchgewunken wurden. Jeder Wurf Potsdam mit Körperkontakt wurde abgepfiffen, bei uns blieb in gleichen Situationen der Pfiff in der Regel aus. Das ist sehr ärgerlich, da wir mehr verdient gehabt hätten“, äußerte sich Christian Pahl nach Spielende.

Dass die Gäste mit der Kritik am Schiedsrichter nicht ganz falsch lagen, verdeutlichte auch eine Aussage von Sportreporter-Legende Dirk Thiele, der unter den Zuschauern weilte und beim Herausgehen zum einstigen Präsidenten des Handballverbandes Brandenburg, Wolfgang Hartisch, sagte: „Also beschweren konnte sich Potsdam nicht über die Schiedsrichterentscheidungen.“ Von Beginn an sahen die Zuschauer eine Partie auf Augenhöhe, in der die Gäste zunächst mit 2:0 führten, dann jedoch ab der 5. Minute (2:3) einem Rückstand hinterherliefen. Nach etwas mehr als 14 Minuten enteilte der Gastgeber dem OHC sogar mit drei Treffern (9:6), vor allem dank einer sehr starken Phase von VfL-Keeper Fabian Pellegrini. Allerdings steigerte sich im Verlauf der ersten Halbzeit auch sein Oranienburger Pendant Ivan Szabo und brachte sein Team mit guten Paraden wieder ins Spiel zurück. Nach 25 Minuten stand es 12:12. Bis zur Halbzeitpause blieb es extrem eng, kein Team konnte sich entscheidend absetzen, zur Pause stand es 16:16. Der OHC hatte sich bis dahin insgesamt schon mehr Fehler als sonst erlaubt. Und Potsdams Kapitän Yannik Münchberger tat dem OHC in den ersten 30 Minuten einige Male empfindlich weh.

Auch in den zweiten 30 Minuten blieb die Partie hart umkämpft, der OHC ging nach 34 Minuten durch David Sauß erstmals wieder in Führung (18:17), konnte diese jedoch nicht lange halten. Als Yannick Schindel zehn Minuten vor dem Ende die Gäste mit 24:23 in Führung warf, schien ein Auswärtssieg in Reichweite. „Aber wir haben es nicht geschafft, die Führung auszubauen. Drin war das allemal. Wir haben in den Situationen zu viele Fehler gemacht“, so Christian Pahl. Und sein Gegenüber Daniel Deutsch: „Entscheidend war, dass wir in dieser Phase die Nerven bewahrt haben.“

Nils Müller, der in der Schlussphase nach vier Wochen Verletzungspause sein Comeback gab, ärgerte, dass dies seinem Team nicht gelang: „Wir haben uns nach der Führung dann etwas von der Hysterie und Hektik in der Halle anstecken lassen, das war sehr schade.“ Dass die Partie am Ende mit vier Toren Unterschied zu Gunsten der Gastgeber ausging, spiegelte den Spielverlauf nicht wider. „Natürlich ist das Ergebnis zu hoch für uns, es war eine verdammt enge Partie, in der wir vor allem sehr gut über Außen getroffen haben“, freute sich Daniel Deutsch. Er meinte Damit insbesondere Moritz Ende (7 Tore) und Joe Boede (4).

Oranienburgs Coach sah „ein gutes Auswärtsspiel meines Teams, in dem wir nicht belohnt wurden “. Und der enttäuschte OHC-Spielmacher Per Kohnagel. „Wir haben in der ersten Halbzeit in der Abwehr nicht gut gestanden. Im zweiten Abschnitt gab es zu viele Fehler, und wir haben zu viele Gegenstöße zugelassen.“ Um so diebischer lachte Yannik Münchberger: „Wir haben das Ding als Team super gerissen.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Knut Hagedorn, 08.10.2018

  • 1170

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.