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1. VfL Potsdam - OHC (MAZ)

  • Samstag, 06 Oktober 2018 09:34

Handballgipfel in der MBS-Arena

Der VfL Potsdam empfängt den Rivalen aus Oranienburg zum Derby in der 3. Handballliga Nord. Vor dem Duell sind die beiden Topteams des Landes Brandenburg in der Tabelle dicht beieinander. Die Partie zählt zu den Highlights der Saison – OHC-Trainer Christian Pahl würde sich trotzdem in einem Punkt eine etwas andere Derbykultur wünschen.

Den Kostümwechsel hatten sie 2016 vollzogen: Neues Fell, neuer Look – „Pummel“ war erschaffen worden, ein neuer Puma, der den Oranienburger HC bei seinen Heimspielen nach vorne treibt. Am Sonntag, wenn der Club in der dritten Handball-Liga Nord beim 1. VfL Potsdam antreten wird (17 Uhr, MBS-Arena), hat die Raubkatze allerdings Pause – ein Gastspiel im Adlerhorst in der Landeshauptstadt ist nicht geplant. „Es bleibt natürlich in der Geschäftsstelle“, sagt OHC-Trainer Christian Pahl und schmunzelt, „es ist nicht üblich, dass die Maskottchen mit zu den Auswärtsspielen kommen.“

Schon gar nicht zu einem Derby, bei dem die Emotionen besonders hochkochen, bei einem Duell zwischen zwei Rivalen, die nicht nur geographisch, sondern auch tabellarisch in der gleichen Region liegen: Der VfL rangiert derzeit auf Position sieben (8:6 Punkte), der OHC (8:4) ist als Fünfter einen Tick besser platziert in der Spitzengruppe, die derzeit ungewöhnlich breit aufgestellt ist. Die Bilanz des Tabellenachten, des HSV Hannover (7:5), weist nur einen Minuspunkt mehr auf als die des Spitzenreiters Altenholz (10:4). Im vergangenen Jahr musste Staffelsieger Hamburg lediglich sechs Verlustpunkte verzeichnen. „Die Teams sind alle gut aufgestellt“, sagt VfL-Trainer Daniel Deutsch, „aber ich habe das erwartet. Hildesheim hat erst ein Spiel verloren und wirkt sehr stabil.“ Christian Pahl findet: „Es zeichnet sich bereits ab, dass es keinen Verein geben wird, der sich absetzt und dass der Abstand nach oben und unten noch kleiner geworden ist.“

So wie die Distanz zwischen OHC und VfL, das belegt auch der große statistische Vergleich beider Clubs. Wenn man so will, symbolisierte die Maskottchen-Runderneuerung beim OHC auch die Phase der Derbys, in denen sich die Top-Handballvereine zwischen Lausitz und Prignitz auf Augenhöhe begegnen. In der vergangenen Saison gewannen beide Clubs vor heimischem Publikum das Duell gegen den märkischen Kontrahenten, die Spielzeit beendeten VfL (6.) und OHC (7.) schließlich als Tabellennachbarn. Sportliche Chancengleichheit – für Pahl die Grundvoraussetzung für Partien der gehobenen Kategorie. „So richtig Derby-Charakter haben die Spiele doch erst, seit sich beide Vereine angenähert haben, seitdem werden die Spiele auch in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen.“

Beim VfL ist der Trainerstab um Chefcoach Deutsch nach der umkämpften Partie am Mittwoch bei den Stieren in Schwerin (21:22) damit beschäftigt, die richtige Balance zwischen Regeneration und Vorbereitung zu finden. „Wir werden am Sonnabend trainieren“, sagt Deutsch, „die Vorfreude und Spannung werden rechtzeitig steigen.“ Pahl, früher schon als VfL-Torhüter einer der Protagonisten des Prestigeduells, wünscht sich trotz aller Rivalität eine etwas entspanntere Derbykultur: „Manchmal ist das zu verbissen, da könnte es weniger verbittert zugehen.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Lars Sittig, 06.10.2018

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