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Der Oranienburger HC und die Mecklenburger Stiere aus Schwerin (in Gelb) lieferten sich einen harten Fight. Der Oranienburger HC und die Mecklenburger Stiere aus Schwerin (in Gelb) lieferten sich einen harten Fight. Robert Roeske

OHC - Mecklenburger Stiere Schwerin 31:33 (MAZ)

  • Montag, 01 Oktober 2018 11:45

Großer Kampf bleibt unbelohnt

Nach drei Siegen in Folge kassierte der Oranienburger HC in der 3. Liga Nord eine Heimniederlage gegen die Mecklenburger Stiere.

Tempo, Tore, Temperament. Das Duell Oranienburg gegen Schwerin hatte alles, was ein hochklassiges Handballspiel braucht. Umso ernüchternder fiel für die Hausherren die Tatsache aus, dass am Ende nichts Zählbares dabei herauskam. „Ich kann meinem Team aber keinen Vorwurf machen. Alle haben gekämpft“, lobte OHC-Trainer Christian Pahl seine Mannschaft. Er bescheinigte beiden Teams ein hohes Niveau und sprach davon, dass Kleinigkeiten am Ende den Ausschlag gaben. „Ein paar individuelle Fehler und einige Situationen, in denen wir nicht optimal verteidigt haben, führten zur Entscheidung.“ Mit einer Mischung aus Lob und Resignation stellte Pahl zudem fest, dass Gästekeeper Jan Kominek regelmäßig „Sahnetage“ gegen die Kreisstädter erwische.

Tatsächlich war es die Schweriner Nummer 1, die großen Anteil am Gästeerfolg hatte. Drei gehaltene Siebenmeter und zahlreich Paraden aus dem Spiel heraus machten Kominek zu einem sicheren Rückhalt für die Mecklenburger Stiere. „Das Torhüterduell haben wir heute verloren“, konstatierte OHC-Keeper Ivan Szabo, der trotz guter Leistung in den Schlussminuten anerkennen musste, dass Kominek die gesamte Spielzeit über in Bestform agierte.

Dass dennoch insgesamt 64 Toren fielen, lag am enormen Tempo auf der Platte. 856 Zuschauer sahen eine rasante Partie mit sehenswerten Szenen. Etwa, als OHC-Spielmacher Per-Oke Kohnagel ein ums andere Mal mit raffinierten Pässen Tore vom Kreis oder den Außenpositionen einleitete. Oder, als der ehemalige OHC-Akteur Lutz Weßeling die Abwehr mit einer Körpertäuschung austanzte und einnetzte. „Die Stimmung in der MBS-Arena ist immer noch geil“, freute sich Weßeling, der alte Bekannte wiedersah und die Leistung seines Teamkollegen Magnus Aust hervorhob. Der Rechtsaußen leistete sich nur einen Fehlwurf und traf insgesamt neun Mal. „Es war ein wichtiges Spiel für uns und wir wollten unbedingt gewinnen, um den Flow aus den zwei Siegen zuvor mitzunehmen“, sagte Aust. Er freute sich über den starken Auftritt und bemerkte voller Respekt, dass es bis zum Ende ein Spiel aus Messers Schneide war.

1:1, 4:4, 6:6 – der Auftakt war ausgeglichen, ehe die Hausherren beim 7:10 (14.) erstmals mit drei Toren ins Hintertreffen gerieten. Schwerin legte vor, die Oranienburger zogen nach. Das Muster setzte sich fort: Aus 8:11 (15.) wurde 12:12 (21.), nach dem 20:23 (36.) war beim 22:23 (38.) der Anschluss geschafft und das 23:26 (42.) drehte der OHC gar in ein 28:27 (50.). Zehn Minuten vor dem Ende schienen die Kreisstädter auf die Überholspur zu wechseln, doch kleine Wackler nutzte Schwerin eiskalt aus. „Leider konnten wir die Schlüsselszenen nicht für uns nutzen“, brachte es OHC-Außenspieler Linus Dömeland auf den Punkt. Trotz gerade erst auskurierter Erkältung traf Dömeland acht Mal und gehörte damit neben Lasse Scharge (neun Tore) zu den zielsichersten OHC-Schützen. Zum Sieg reichte es dennoch nicht. „Schwerin ist eine super Mannschaft und war heute in den entscheidenden Momenten abgezockter“, bemerkte Darius Krai, der nach überstandener Verletzung sein Comeback gab. „So sehr ich mich freue, wieder auf dem Spielfeld zu stehen, so sehr überwiegt heute die Enttäuschung über das verlorene Spiel.“

Der Oranienburger HC bleibt auch nach der Niederlage auf Rang 3, am Sonntag kommt es gegen die punktgleichen Potsdamer zum (Auswärts-)Spitzenspiel.

Märkische Allgemeine Zeitung, Torsten Weigel, 01.10.2918

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