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Mecklenburger Stiere Schwerin - Oranienburger HC (MAZ)

  • Samstag, 17 Februar 2018 12:52

Der Kreisläufer ist zurück

Yannick Schindel trifft mit dem Oranienburger Handball-Club am Sonntag auf die Mecklenburger Stiere (Schwerin). Nach seiner mehrmonatigen Verletzungspause ist er dabei, wieder Fuß zu fassen. Bei den Schwerinern sieht er gewisse Parallelen zum OHC-Spiel.

Es ist ein verhextes erstes Jahr für Yannick Schindel beim Oranienburger Handball-Club. Kaum angekommen, verletzte sich der Kreisspieler. Schon wieder. In den vergangenen Jahren war er bereits arg gebeutelt. Verletzungen über Verletzungen. „Ja, das ist nervig“, sagt er. Zwei Spiele absolvierte er zum Saisonbeginn, dann wurde eine Zerrung diagnostiziert. „Ich sollte schnell wieder fit sein, fing an zu trainieren, aber dann ist ein Muskel komplett gerissen.“ Er musste etwa vier Monate pausieren, den ersten Einsatz hatte er Ende Januar gegen Rostock. „Ich zweifelte schon an mir und fragte mich, ob es überhaupt noch Sinn macht, mich zurückzukämpfen.“ In Frage gestellt hatte er sich deshalb, weil er schon bei seinen Vorgängervereinen VfL Potsdam und HV Grün-Weiß Werder wegen zum Teil schwerer Verletzungen lange Zeit aus dem Rennen genommen worden war.

Begonnen hatte die Leidensgeschichte beim VfL. Da sprang ihm die Schulter seines Wurfarmes heraus. Er fehlte fast ein Jahr. Ein Bandscheibenvorfall zog er sich ausgerechnet im Spiel gegen den Oranienburger HC zu; da spielte er bereits für Grün-Weiß Werder. „In zwei Jahren hatte ich etwa nur sechs Monate Spielpraxis“, rechnet das Kraftpaket vor. Und kaum in Oranienburg angekommen, fiel er in das Dilemma mit dem Muskel.

Jetzt ist er wieder da. „Das habe ich zum großen Teil den Trainern und der Mannschaft zu verdanken, die in der ganzen Zeit hinter mir gestanden haben“, sagt er über den zusätzlichen Schub. Und dass er so schnell wieder im Team stehen würde – damit hätte er gar nicht gerechnet. Drei Spiele liegen jetzt hinter ihm; zwei Heimsiege gegen Rostock (21:20) und Hannover (30:27) sowie eine Auswärtsniederlage in Flensborg (23:24). Und nun steht Auftritt 4 bevor: am Sonntag, 16 Uhr, bei den Mecklenburger Stieren. „Die haben eine unglaublich aggressive Abwehr, ähnlich wie wir. Der Mittelblock kennt keine Grenzen. Das ist vielleicht unsere Chance, wenn wir es verstehen, ihn geschickt auszuspielen“, so Yannick Schindel. Er schätzt die Schweriner als eine Mannschaft ein, die sich in der 3. Liga sehr gut etabliert hat.

Das sieht auch sein Trainer Christian Pahl so. „In dieser Saison rufen sie ihr wahres Potenzial ab. Es wird schwierig sein, sie zu stellen.“ Hinzu komme die gerade vollzogene Installation des neuen Trainers Mannhard Bech, der in der vergangenen Saison den TSV Altenholz zum Meistertitel geführt hatte. „Er setzt auf die Altenholzer Stärken. Das Umschalt- und Entscheidungsverhalten hat sich schon sehr verbessert. Ich gehe davon aus, dass sie ein mörderisches Tempo vorlegen.“ Im Rückraum hätten die Sonntags-Gastgeber mit Pedersen und Curcic, auf den Außen mit Zufelde und Calvert sowie am Kreis mit Marangko und Pärt extrem starke Spieler. Und die Abwehrstärke käme noch obendrauf.

Zu seinem Schützling Yannick Schindel sagt Christian Pahl, „dass er sich seine Rolle wegen der wenigen Einsatzzeiten erst einmal erarbeiten muss“. Er wünscht dem Kreisläufer, dass er mal über längere Zeit spielen kann. Er sei ein guter Typ. „In den Spielen gegen Rostock und Hannover hat er seine Qualität einbringen können.“

Yannick Schindel ist in Sachen Handball ein Quereinsteiger. Erst mit 15 Jahren überredete ihn ein Schulkamerad, vom Fußball zum Handball zu wechseln (zum TV Aßlar). „Das war in der untersten Liga. Aber es machte mir Spaß, der körperliche Sport war was für mich.“ Weil ihm aber das Klima um die Mannschaft herum nicht gefiel (Eltern warfen mit Bierflaschen), ging er zum benachbarten HSG Wetzlar. „Dort spielte ich im ersten Jahr in der B-Jugend etwa zehn Minuten, aber ich kämpfte.“

Seine Mannschaft stieg ab. Aber fortan lief es. In der A-Jugend fasste er Fuß, qualifizierte sich mit dem Team für die Jugend-Bundesliga, wurde in die Oberliga-Mannschaft (II. Männer) berufen. „Und ich durfte einmal mit der ersten Mannschaft mitfahren. Zum THW Kiel. Auch wenn ich nicht gespielt habe – neben Filip Jicha zu stehen, war schon etwas Besonderes.“ Der damalige Wetzlarer Trainer Kai Wandschneider teilte Yannick Schindel mit, dass die erste Liga etwas zu hoch für ihn sei. Deshalb führte ihn sein Weg ins Brandenburgische; zum VfL Potsdam und HV Grün-Weiß Werder. Zeitweise lief er mit einem Zweitspielrecht für beide Vereine auf. Im Sommer 2017 holte ihn der OHC. Hier ist der Sportwissenschaftler auch gleich beruflich sesshaft geworden. Er leitet das Fitnessstudio „Fit Inn“ (beim Kino).

Für das Spiel am Sonntag, 16 Uhr, bei den Mecklenburger Stieren erwartet er eine Abwehrschlacht. „Es werden wohl nicht mehr als 50 Tore fallen. Ich hoffe, dass wir am Ende mit zwei, drei Toren vorn liegen.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 16.02.2018

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