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Torwart Simon Herold beendet im April seine Laufbahn

  • Dienstag, 11 Februar 2020 22:38

Ein Dino tritt ab

Er hat sich entschieden: Am 25. April 2020 wird Simon Herold (32) das letzte Mal in seiner Karriere als Handballer in eine Halle einlaufen. Es wird das Heimspiel gegen den SC Magdeburg II sein. Danach ist Schluss.

„Wenn ich die Motivation verliere, als Handballspieler etwas zu beweisen, dann ist es für mich an der Zeit, mich von diesem Sport zu verabschieden“, sagt Simon Herold über seine Devise und hält sich daran. „Ich merke, dass es bei mir der Fall ist, auch wenn ich mich nach wie vor reinhänge“, so der Torwart des Oranienburger Handball-Clubs. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich auch die Leistung nicht mehr bringe. Genaugenommen macht Paul Porath den Torwartjob bei uns aktuell allein – und das überragend“, lobt Simon Herold seinen Torhüterpartner dieser Saison.

Die Lebensumstände von Simon Herold haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Er hat mittlerweile eine Familie mit zwei Kindern, ist beruflich eingespannt. Dazu viermal Training in der Woche und die Spiele am Wochenende. „Es ist zu merken, dass man nicht jünger wird“, gesteht „Simme“ ein. Man stecke nicht mehr alles so leicht weg. Das Fitnesslevel sei nicht mehr so hoch wie in den Jahren zuvor.

Seit 2012 hütet Simon Herold das Tor des Drittligisten Oranienburger HC. Anfangs mit Enrico Hein, dann mit Ivan Szabo. „In den Jahren wurde vieles beim OHC professionalisiert, wenn ich allein an die Fitnesseinheiten mit unserer Physiotherapeutin Anna Völker denke.“ Im Gegensatz zu seiner Anfangszeit nutzt die Mannschaft längst es eine eigene Kabine, das Trainings-Equipment sei angemessen, ein Fitnesscoach da … In Oranienburg habe er immer ein großes Vertrauen gespürt. Das sei bei seinem ersten Trainer Jens Deffke so gewesen und über all die Jahre bei Geschäftsführer Michael Freund („Ich habe noch nie jemanden wie Micha erlebt, der sich so sehr reinhängt in die Vereinsarbeit.“) und Trainer Christian Pahl. Auch jetzt, wo er „ein Schatten seiner selbst“ sei, habe er Rückendeckung. Er könne das Vertrauen auf Dauer aber nicht mehr zurückgeben, deshalb der Entschluss, aufzuhören. Der Sportliche Leiter und Trainer Christian Pahl hat dafür vollstes Verständnis. „Simons Umfeld veränderte sich, trotzdem stellte er sich dem hohen Aufwand, schonte sich und seine Familie nicht. Es ist absolut legitim, wenn er sagt, dass er aufhört.“ Simon Herold prägte die Zeit von Christian Pahl beim Oranienburger HC wesentlich. „Er ist einer der wenigen Spieler, die mich all die Jahre begleiteten. Ich war immer ein großer Simon-Herold-Fan, habe gern mit ihm zusammengearbeitet. Und schön, dass er das auch zuließ. Ich denke, dass er dafür mitverantwortlich war, dass sich das Team auf einem höheren Level bewegte.“ Der Keeper habe in der Hierarchie stets einen vorderen Platz eingenommen. Er war im Mannschaftsrat und auch Vize-Kapitän. „Aber Simon brauchte nie ein Amt, um Verantwortung zu übernehmen“, so der Coach. „Das funktionierte auch so.“ Was auch besonders funktioniert hat, war die Symbiose mit Ivan Szabo. „Wenn ich zurückblicke, gab es sicher viele schöne sportliche Momente beim OHC. Aber als Highlight möchte ich das Zusammenspiel mit Ivan nennen. Er war mehr als ein ebenbürtiger Partner. Wir haben uns gegenseitig nach vorn getrieben. Das machte mir unglaublich viel Spaß. Wenn einer mal nicht gut drauf war, dann eben der andere“, lobt der 32-Jährige, der immerhin auf Bundesliga- und Champions-League-Einsätze verweisen kann, seinen langjährigen Torwartpartner. Christian Pahl kann dem nur beipflichten: „Beide prägten eine große Zeit. Die Gegner hatten Angst vor ihnen.“ Simon Herold ist mit sich im Reinen. „Meine Träume sind alle wahrgeworden“, zieht er seine Bilanz und meint damit zum Beispiel den Aufstieg in die 1. Bundesliga und das Spielen in der Champions-League. 22 Jahre lang spielte er Handball (in Eisenach, Flensburg, Stralsund, Melsungen, Rostock, Springe), 16 Jahre bei den Männern. „Das ist schon krass“, sagt der einstige Sportschüler, der mit zwölf Jahren zu Hause ausgezogen war. „Und das reicht jetzt auch. Ich werde nicht mehr woanders spielen. Definitiv.“

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