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  Thomas Stahlberg ist das Gesicht des OHC und betätigte sich über Jahre auch als Trainer (kleines Bild). Thomas Stahlberg ist das Gesicht des OHC und betätigte sich über Jahre auch als Trainer (kleines Bild). Robert Roeske

Mitgliederversammlung (MAZ-Vorbericht)

Mit Seriosität zu neuen Ufern

Der Präsident des Oranienburger Handball-Clubs, Thomas Stahlberg, spricht über die Entwicklung des Vereins, den Leistungssport und Breitensport, 2. Liga und einen Ausbau der MBS-Arena.

Der Oranienburger Handball-Club lädt für Donnerstag, 29. November, ab 18.30 Uhr in den Konferenzraum der Turm-Erlebniscity seine Mitglieder zur Mitgliederversammlung. Einer der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung dürfte dabei die Wahl des Vereinspräsidenten sein. Der seit acht Jahren amtierende OHC-Präsident Thomas Stahlberg ist der bislang einzige Kandidat und es ist damit zu rechnen, dass der 48-Jährige das Vertrauen der Mitglieder erneut erhält. 2010 folgte Stahlberg auf Werner Siegler und trat damals in große Fußstapfen, die er gut ausfüllen konnte. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung nahm sich Thomas Stahlberg Zeit, um mit der MAZ über die zurückliegenden Jahre, die Zukunft und seine Visionen zu sprechen.

Mit welchem Bauchgefühl werden Sie heute den Mitgliedern gegenübertreten, Herr Stahlberg?
Thomas Stahlberg:
Mit einem durchweg positiven. Mein Team und ich werden gut vorbereitet in die Mitgliederversammlung gehen. Wobei ich sicherlich wieder ein wenig aufgeregt sein werde, aber das gehört bei mir immer dazu. Ich bin halt  ein  sehr  emotionaler Mensch.

Seit nunmehr acht Jahren sind Sie Vereinsvorsitzender des Oranienburger HC. Was waren rückblickend die gravierendsten Veränderungen im Verein? Die meiner Meinung nach größte Veränderung ist die Professionalisierung im gesamten Verein, obwohl wir uns aber noch im Amateurstatus bewegen. Gerade die 3. Liga erfordert ein professionelles Handeln auf allen Ebenen. Allerdings wollen wir gleichermaßen auch den 500 Mitgliedern und 25 weiteren Mannschaften im Verein gerecht werden,  was eine große Aufgabe ist. Generell, denke ich, hat sich der Verein sehr positiv entwickelt. Wir wollen gesund die Entwicklung vor­antreiben, dazu gehören auch mal unpopuläre Entscheidungen, wie zum Beispiel Abmeldungen einzelner Mannschaften. Aber alles geschieht zum Wohle des Gesamtvereines, das steht bei allen Entscheidungen an erster Stelle. Wunderbar entwickelt haben sich auch unsere Heimspiele, wir wollen den Zuschauern attraktiven Handballsport bieten. Ich denke, das gelingt uns auch sehr gut, mit immer wieder neuen Ideen und Aktionen.

Eine Drittliga-Mannschaft auf die Beine zu stellen und gleichzeitig aber auch den Breitensport zu fördern, ist ein gefährlicher Spagat. Einige Vereine sind daran finanziell gescheitert. Wie kann der OHC dieses Schreckenszenario langfristig verhindern? Das ist tatsächlich ein sehr schwieriger Spagat. Du musst zum einen den Leistungssport mit all seine Facetten bedienen, möchtest aber gleichzeitig auch den Jüngsten im Verein alles ermöglichen. Gerade die Premiumsponsoren der Drittliga-Mannschaft decken zum großen Teil den Gesamtverein ab und das läuft sehr harmonisch und gut. Klar haben wir auch unsere Vorstellungen und Gedankenspiele für die Zukunft, aber jede Entscheidung muss genau abgewogen werden.

Viele OHC-Fans wünschen sich die 2. Handball-Bundesliga für Oranienburg. Ist dies realisierbar? Auch wir träumen diesen Traum. Ich denke, der OHC kann mehr und will auch mehr. Allerdings benötigen wir finanzkräftige Partner, denn die Kosten werden dann auch deutlich steigen, allein ist dies für uns nicht zu stemmen. Demnach wollen wir Step by Step die Rahmenbedingungen dafür schaffen, aber es soll und wird alles seriös und ohne wirtschaftliches Risiko vonstatten gehen. Alleine unsere Fans und die Atmosphäre in der eigenen Halle sind schon klar zweitligatauglich.

Apropos Halle. Die MBS-Arena platzt bei jedem Heimspiel nahezu aus allen Nähten. Ist eine Erweiterung der Halle nötig oder sogar ein Bau einer neuen Heimstätte? Es gibt in der Tat konkrete Überlegungen, die MBS-Arena zu erweitern. 856 Zuschauer dürfen momentan rein, eine Aufstockung auf dann 1050 Plätze ist geplant und könnte schon im Sommer 2019 vollzogen werden. Die Bemühungen dahin laufen und wir sind auf einem sehr guten Weg, entschieden ist jedoch nichts. Natürlich ist auch ein Hallenneubau nicht ausgeschlossen und für mich auch langfristig notwendig, gerade mit der Option, auch andere Sportarten damit zu bedienen. Die Knappheit in der Stadt für Trainingsmöglichkeiten ist ja bekannt. Ich denke, das sollte man bei den entscheidenden Gremien langfristig auf dem Schirm haben. Wobei ich auch ganz klar sage, eine große Halle macht für uns nur Sinn, wenn du sie füllen kannst. Aktuell möchte doch keiner gerne in der MBS-Arena spielen, außer man ist Spieler des OHC. Und genau diesen Nimbus des Hexenkessels wollen wir uns bewahren und nicht in einer zwar größeren Halle spielen, aber vor nur halb voll besetzten Rängen und einer nicht  mehr so tollen Stimmung.

Märkische Allgemeine Zeitung, Knut Hagedorn, 28.11.2018

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